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	<title>Eine Tür ist genug &#187; Jens Janson</title>
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	<description>Beziehungsgeschichten im Jetzt...</description>
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		<title>Die Bewegung des Evangeliums</title>
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		<pubDate>Fri, 24 Apr 2015 12:03:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Jens Janson]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Beziehungsgeschichten]]></category>

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		<description><![CDATA[Vielleicht ist dies der Kern des christlichen Glaubens: Was am Rand steht, gehört in die Mitte. Wer an den Rand der Verhältnisse geraten ist und sich dort aufhält, kommt in die Mitte dessen, das wir Gott nennen.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Vielleicht ist dies der Kern des christlichen Glaubens: Was am Rand steht, gehört in die Mitte. Wer an den Rand der Verhältnisse geraten ist und sich dort aufhält, kommt in die Mitte dessen, das wir Gott nennen. In die Mitte der göttlichen Aufmerksamkeit und des göttlichen Kraftfelds. Ich bin Gottes Ebenbild. Das ist mir in meiner Taufe unverbrüchlich zugesagt worden, das ist in diesem Moment für alle Zeit Wirklichkeit geworden an mir.</p>
<p><span style="line-height: 1.5em;">Aber: Glaube ich das für jeden Teil meiner Persönlichkeit? Lasse ich das auch gelten für die schambehafteten, die verdrängten, die abgespaltenen Teile meines Wesens und meiner Lebensgeschichte?</span></p>
<blockquote><p>Was am Rand steht, gehört in die Mitte.</p></blockquote>
<p><span style="line-height: 1.5em;">Paulus beschreibt im 1. Korintherbrief ein Bild des menschlichen Körpers mit allen zu ihm gehörenden Teilen und Gliedern. Er sagt: Der menschliche Körper besteht aus Teilen, die von uns wichtig genommen und hoch geachtet werden (z.B. Herz, Hirn oder Augen, Hände und Beine). Und aus Teilen, die wir unwichtig finden oder nicht wahrnehmen, nicht ernst nehmen (kleine Körperhaare oder innere Organe). Die Teile sind natürlich nicht gleich, sie sind hoch verschieden. Aber in der Wahrnehmung Gottes sind sie allesamt gleichwertig. Alle Teile gehören unverbrüchlich zusammen; erst in ihrer Vollzähligkeit bilden sie das Ganze. Wenn schon ein einziges Teil fehlte oder gering geachtet und aussortiert, für nicht erheblich erachtet würde, dann wäre die Vollständigkeit des Ganzen zerstört, seine Identität, sein Heil.</span></p>
<p><span style="line-height: 1.5em;">Diesem Bild gemäß kann eine menschliche Gemeinschaft sich erst dann wirklich christlich nennen, wenn sie sich so versteht und so miteinander umgeht: im vollen Bewusstsein der Unterschiedlichkeit und zugleich der Gleichwertigkeit aller ihrer Mitglieder. Alle müssen voll geehrt werden als zur Vollständigkeit des Ganzen unerlässliche Teile. Keiner, keine darf geringer geachtet werden als andere oder gar als unbedeutend aussortiert werden.</span></p>
<div class='et-box et-shadow'>
					<div class='et-box-content'><a title="Ganz Frau sein und auch Mann" href="http://eine-tuer.de/ganz-frau-sein-und-auch-mann/">„Als dann ein Mensch für mich nochmal da war, der sagte: ‚Du bist so &#8211; aber wo ist erst mal das Problem? Herzlich willkommen, komm zu mir!‘, waren natürlich Schleusen geöffnet.&#8221;</a></div></div>
<p><span style="line-height: 1.5em;">Paulus geht noch einen theologischen Schritt weiter und sagt: Wenn eine Gemeinschaft so mit sich und der Bedeutung aller ihrer Teile umgeht, dann IST sie Christus. Dann ist Christus in genau dieser Haltung und in allen, die sie einnehmen, lebendig, gegenwärtig und auferstanden. Seine Sache, seine Haltung gegenüber dem Leben, seine Potenz, die wir Christus nennen, sie ersteht auf in einer Gemeinschaft, die sich versteht und lebt wie Jesus es praktizierte. In solch einer Gemeinschaft ereignet sich Ostern, sie wird zum lebendigen Christus, zum Leib Christi.</span></p>
<p>Was am Rand steht, gehört in die Mitte. Eine Geschichte um Jesus erzählt das genau: die Salbung Jesu im Hause Simons des Aussätzigen in Bethanien durch die Frau. Jesus liefert sich in dieser Begegnung den Lebensbedingungen eines anderen Menschen aus: Simon des Aussätzigen in Bethanien. Jesus geht zu diesem ansteckenden Leprakranken und isst mit ihm.</p>
<p><span style="line-height: 1.5em;">Alle wissen, die sich ausgestoßen fühlen aus echter menschlicher Gemeinschaft, aus welchem Grund auch immer: Es ist für Körper und Seele tief heilsam, wenn jemand nicht hysterisch auf mich reagiert, sondern sein Leben mit mir teilt – und wenn nur eine bestimmte, vielleicht kurze Wegstrecke. Vielleicht war Jesus drei Stunden bei und mit Simon.</span></p>
<p>Jesus geht an den äußersten Rand – in das Haus des Aussätzigen: Der ist aus-gesetzt; hinaus aus dem geschlossenen Kreis der normalen menschlichen Gemeinschaft. Auch Jesus setzt sich jetzt aus und bringt dem Simon dort die volle Aufmerksamkeit des anerkennenden göttlichen Blicks. Jesus sieht Simon an und gibt ihm dadurch volles Ansehen. Simon tut übrigens mit: Als Aussätziger hätte er niemanden bei sich empfangen, niemanden an sich herankommen lassen dürfen.</p>
<p>Die eine Bewegung ist: Gott kommt zum Ausgesetzten und definiert ihn damit um zum Zentrum des Lebens, als vollwertiges Gegenüber Gottes, als Gottes Ebenbild. Die andere Bewegung ist: Simon empfängt Gott – die Fülle des Lebens – und definiert sich damit selbst um: als würdig, die Fülle des Lebens zu erhalten und somit wieder zur Mitte des Lebens zu gehören, ja selbst zur Mitte des Lebens zu werden.</p>
<blockquote><p>Eintreten für unser Leben und für das Leben. In die Mitte der vollen Aufmerksamkeit Gottes geraten.</p></blockquote>
<p>Was hier Bedeutendes geschieht, erfasst intuitiv die Frau, die dazukommt: Sie tut nun mit Jesus das gleiche, das er mit dem Aussätzigen tat: Sie salbt ihn. In der Hebräischen Bibel werden Könige und Propheten gesalbt als Zeichen der Ermächtigung für ihr Amt. Die Frau gibt Jesus mit dieser Zeichenhandlung die Fülle des Lebens. Sie gibt ihm damit die volle Aufmerksamkeit. Sie gibt ihm den Auftrag Gottes, genau so zu handeln, wie er’s tut, um das Leben ins Fließen zu bringen und es nicht zu blockieren. Sie gibt ihm die Stärkung und Wegzehrung, die Bestätigung und Kräftigung für seinen eigenen aussätzigen Weg, auf dem er seit drei Jahren schon geht und der ihm nun bevorstehen wird als Ausgestoßener auf Karfreitag hin.</p>
<p><span style="line-height: 1.5em;">Die Frau tut das als selbst am Rand Stehende. Als Frau hat sie keinen eigenen juristischen Wert in der damaligen Gesellschaft; in der späteren kirchlichen Tradition wird sie sogar als Hure verstanden. Jesus, der den Kreis des Gültigen und der Anständigen verlässt, wird von der Frau definiert als Gesalbter Gottes, also als einer, der sich in der Mitte der göttlichen Wahrheit bewegt. ‚Christos‘ heißt ‚der Gesalbte‘. Diese Definition Jesu geschieht hier durch einen Menschen, die gar keine Definitionsmacht hat damals im öffentlichen Leben.</span></p>
<p>Schwule, Lesben und Bi‘s stehen nicht wirklich am Rand unserer bundesdeutschen Gesellschaft. Transsexuelle und Intersexuelle natürlich schon deutlich mehr. Aber wir wissen alle hier in Deutschland: Es bestehen weiterhin gravierende Ungleichbehandlung und Ungerechtigkeit. Unsere Verfassung hat kein Diskriminierungsverbot in Zusammenhang mit sexueller Identität. Das Lebenspartnerschaftsgesetz ist 2001 nur halb umgesetzt, v.a. das Adoptionsrecht ist noch gravierend ungleich. Gibt es nachvollziehbare sachliche Gründe für diese Haltung und Blockade? Was sagen die christlichen Kirchen dazu?</p>
<p><span style="line-height: 1.5em;">Als die Synode der vormaligen Nordelbischen Ev.-Luth. Kirche im Jahr 2000 einen grundlegenden Beschluss fasste zu Aspekten der Lebensformenfrage, da beschloss sie auch eine Schulderklärung und eine Bitte der Kirche um Vergebung gegenüber allen Schwulen und Lesben, die im Namen der Kirche zu allen Zeiten verachtet, verfolgt, entrechtet und vernichtet wurden. Und die Synode erklärte, künftig jeder Form der Diskriminierung gegenüber diesem Personenkreis aktiv und konsequent zu wehren. Wie gut, wie hilfreich, wie heilsam ist das.</span></p>
<div class='et-box et-shadow'>
					<div class='et-box-content'><a title="Ganz Frau sein und auch Mann" href="http://eine-tuer.de/ganz-frau-sein-und-auch-mann/">„Martina kann sich ganz auf mich einlassen, wie ich jetzt bin – ohne 25 Jahre als Folie ständig vergleichen zu müssen.“</a></div></div>
<p><span style="line-height: 1.5em;">Zugleich gibt es nach wie vor Kräfte und Personen, die die substanzielle Differenz in der Bewertung von Heteros einerseits und LGBTIQs andererseits richtig finden; und die meinen, das biblisch-theologisch begründen zu können. Ich halte das für Lästerung Gottes. Was ist zu tun gegen derlei selektierende Tendenzen, gegen solche Meinungen, Haltungen und Handlungen auch innerhalb unserer Kirchen? Ich meine, wir sollten nicht auf die Heimat warten, die unsere Seelen, unser Geist und auch unsere Körper brauchen. Ich meine, wir sollten diese Heimat besetzen. Wie Simon, der Gott und Mensch an seinen Tisch holte. Der sein Haus auf diese Weise durch die Anwesenheit des Göttlichen zur Heimat machte.</span></p>
<p><span style="line-height: 1.5em;">Lasst uns das tun, für uns und für andere: Jesus sein, Simon sein, die Frau sein. Eintreten für unser Leben und für das Leben. In die Mitte der vollen Aufmerksamkeit Gottes geraten.</span></p>
<p>Und andere mit hineinholen.</p>
<p><span style="line-height: 1.5em;">Amen.</span></p>
<p><span style="line-height: 1.5em;">Pastor Nils Christiansen, </span>Ev.-Luth. Kirchengemeinde Meiendorf-Oldenfelde, Hamburg</p>
<p>&nbsp;</p>
<div class="ssp"></div>
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		<title>Ganz Frau sein und auch Mann</title>
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		<pubDate>Fri, 24 Apr 2015 12:02:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Jens Janson]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Beziehungsgeschichten]]></category>

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		<description><![CDATA[Mit einer neuen Partnerschaft rechnet Elkeüberhaupt nicht mehr als sie Martina wiedertrifft. Sie verlieben sich - obwohl sich Elke sehr verändert hat.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>Mit Mitte Fünfzig ist Elke zum ersten Mal richtig solo. Mit einer neuen Partnerschaft rechnet sie überhaupt nicht mehr. Dann trifft sie Martina wieder.</p>
<p><span style="line-height: 1.5em;">Eigentlich aus Versehen, denn als sie Urlaub in Norddeutschland bucht, wird sie irrtümlich  genau in dem Dorf einquartiert, in dem sie drei Jahrzehnte zuvor im Studium gewohnt hatte. Martina ist immer noch hier. Also fasst sich Elke ein Herz und besucht sie. Und sie verlieben sich.</span></p>
<blockquote><p>Ein Arbeitersohn mit typischen Rollenvorgaben</p></blockquote>
<p><span style="line-height: 1.5em;">Elke ist evangelische Pfarrerin am Niederrhein. Mit fünf Kindern aus erster Ehe, zweien aus einer darauf folgenden. Die zweite Ehe war zuvor zerbrochen. Auszug, Kontaktabbruch, Klinikaufenthalt, Psychotherapie folgten damals. Das ganze Programm – und noch etwas Entscheidendes mehr.</span></p>
<p><span style="line-height: 1.5em;">Denn: Elke wird als Hans-Gerd geboren, Arbeitersohn in Düsseldorf. Der wächst auf mit klaren typischen Rollenvorgaben. Nicht ungewöhnlich, Pfarrer zu werden und eine Stelle weit draußen auf dem Land zu besetzen. Verheiratet zu sein, Vater zu werden. Eher unüblich sind da schon die Wohnverhältnisse in dieser ersten Ehe: Keine klassische Pfarrresidenz, sondern ein von den Partnern zusammen gebautes Haus, jeweils mit getrennten Wohnbereichen, aber einem gemeinsamen für das Leben mit den Kindern. Arrangements. Schließlich war schon lange merkbar, dass es da etwas gibt, das den Mann in der Beziehung innerlich zerreißt. Doch die Kinder, die Arbeit – stets schien etwas wichtiger zu sein. Das Leben als Familie fand also statt – nur die Partner lebten sich dabei auseinander.</span></p>
<div class='et-box et-shadow'>
					<div class='et-box-content'><a title="Die Bewegung des Evangeliums" href="http://eine-tuer.de/die-bewegung-des-evangeliums/">Was am Rand steht, gehört in die Mitte.</a></div></div>
<p><span style="line-height: 1.5em;">Aber es gibt eine neue Liebe: „Als dann ein Mensch für mich nochmal da war, der sagte: ‚Du bist so &#8211; aber wo ist erst mal das Problem? Herzlich willkommen, komm zu mir!‘,  waren natürlich Schleusen geöffnet und, ja, Sehnsüchte und Erwartungen plötzlich gestillt.“ So beschreibt Elke heute die darauf folgende Beziehung zu einer Frau im Nachbarort. Ein neues Arrangement: Hier kann sich Hans-Gerd als Frau geben, zuhause. Er zieht um, heiratet wieder, zwei weitere Kindern kommen.</span></p>
<p><span style="line-height: 1.5em;">Bis er sich zum 50. Geburtstag entscheidet. Es ist die ernste Frage zur Lebensmitte: „Wie will ich einmal aus dieser Welt gehen?“ Hans-Gerd empfindet darauf hin sein Leben als eine Lüge. Er will sich jetzt auch offiziell zu den eigenen Gefühlen bekennen. Sich zeigen. „Das hat damit zu tun, wie ich meine Identität nach  außen lebe, und ob ich das, was ich meine, was in meiner Seele steckt, auch äußerlich vorkommen lasse.“ Seine Frau kann da nicht mehr mit, die gesamte Familie wendet sich ab, Hans-Gerd muss ausziehen.</span></p>
<blockquote><p>Wie neu geboren</p></blockquote>
<p><span style="line-height: 1.5em;">Aus der Krise geht schließlich Elke hervor – wie neu geboren, unter heftigen Schmerzen. Nicht mehr Mann, ohne Partnerschaft. Voller Ungewissheit: Werden meine Kinder den Kontakt zu mir halten? Ist es wenigstens möglich, am altvertrauten Platz zu arbeiten?„Alles, aber wirklich alles stand bei meinem 54. Geburtstag zur Disposition,“ sagt sie.</span></p>
<p><span style="line-height: 1.5em;">Doch es geht gut. Nach der Einnahme von Hormonen ist ein Gefühl präsent: So ist es endlich richtig! Die Kinder kommen wieder auf sie zu. Die Gemeinde steht zu ihr, mit wenigen Ausnahmen. Im vollgepfropften Pfarrsaal heißt es noch einmal, sich seelisch ganz und gar zu exponieren. Aber dann entflammt die Solidarität. Der Pfarrer war so beliebt gewesen, dass die Pfarrerin sich auf die Loyalität der Leute stützen kann.</span></p>
<div class='et-box et-shadow'>
					<div class='et-box-content'><a title="Die Bewegung des Evangeliums" href="http://eine-tuer.de/die-bewegung-des-evangeliums/">Die Fülle des Lebens erhalten &#8211; ja selbst zur Mitte des Lebens werden.</a></div></div>
<p><span style="line-height: 1.5em;">Sie fühlt sich wohl als Frau. Und so traut Elke sich dann, im Urlaub den alten Kontakt mit der früheren Freundin wieder aufzunehmen, und sich zu verlieben. „Martina kann sich ganz auf mich einlassen, wie ich jetzt bin – ohne 25 Jahre als Folie ständig vergleichen zu müssen“, freut Elke sich.</span></p>
<p>Jetzt führen sie, erst einmal, eine Fernbeziehung. Manchmal ist die neue Freundin in der Gemeinde zu Gast. Dann kann es vorkommen, dass jemand schief guckt, weil Elke nun was mit einer Frau hat. Es kommen aber auch Paare, die Beziehungsberatung haben möchten: Denn die Pfarrerin kenne doch beides: Mann zu sein und Frau.</p>
<div class="ssp"></div>
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		<title>Beruf oder Liebe?</title>
		<link>https://eine-tuer.de/beruf-oder-liebe-2/</link>
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		<pubDate>Fri, 21 Feb 2014 16:06:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Jens Janson]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Beziehungsgeschichten]]></category>

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		<description><![CDATA[Guido Westerwelle und Klaus Wowereit hätten sich vor 30 Jahren nicht ungestraft outen dürfen. Hans-Jürgen liebt Männer und erhielt dafür in den 1980er Jahren Berufsverbot.]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>An Liebe war in jungen Jahren nicht zu denken. Wie fühlt sich ein Heranwachsender auf dem – sprichwörtlich – platten Land in Norddeutschland, wenn er gut mit Mädels auskommt und zugleich merkt, dass es aber nun mal die Jungs sind, die ihn sexuell anziehen?</p>
<p>Er braucht Zeit und langen Atem. Wie Hans-Jürgen. Er wartet, macht es nicht öffentlich. Es ist auch niemand da, mit dem er darüber sprechen könnte. Nicht in der Familie, nicht im Freundeskreis, auch nicht in der Gemeinde, in der er sich als Jugendlicher engagiert. Also geht er erst mal zur Bundeswehr. Die Liebe kommt viel später.<br />
<div class='et-box et-shadow'>
					<div class='et-box-content'><a title="Männerliebe" href="http://eine-tuer.de/maennerliebe/">Aber zwischen Männern gibt es doch keine Liebe!</a></div></div></p>
<p>Als der junge Theologiestudent nämlich – heftig verliebt – erlebt, dass er nicht mehr ausgegrenzt wird. „Da waren Menschen, die mich unterstützt haben. Das sind wichtige Erfahrungen, die einen beflügeln.“ Sein Selbstbewusstsein wächst. Als er seine erste Pfarrstelle übernimmt, zieht mit ihm sein Partner ins Pfarrhaus. „Das war überhaupt kein großes Thema.“ Bis 1979.</p>
<blockquote><p>Zwei Liebesbeziehungen zerbrechen, werden durch die äußeren Schwierigkeiten verschlissen.</p></blockquote>
<p>Hans-Jürgen erklärt sich mit einem Kollegen solidarisch, der auch mit einem Mann zusammenlebt, deswegen aber angegriffen wird. Die Quittung lässt nicht lange auf sich warten: er wird zunächst beurlaubt, dann verliert der Theologe seine Pfarrstelle. Die Leitung seiner Landeskirche lässt es auf einen Prozess ankommen, denn die Lebensweise ihres Pfarrers scheint unvereinbar mit seinem Verkündigungsauftrag. Nach jahrelangen gerichtlichen Auseinandersetzungen erfolgt das Urteil: fünf Jahre Wartestand.</p>
<p>„Der Mann muss arbeiten dürfen!“, befand kurz nach ihrem Amtsantritt seine Landesbischöfin. Der Traum vom Gemeindepfarramt bleibt jedoch unerfüllt, Hans-Jürgen wird stattdessen Klinikseelsorger. Ehrenamtlich war er über die Jahre hinweg ohnehin ständig im selbst gewählten Dienst.<br />
<div class='et-box et-shadow'>
					<div class='et-box-content'><a title="Männerliebe" href="http://eine-tuer.de/maennerliebe/">Die Aufspaltung der Liebesfähigkeit des Menschen diente der Kirche durch Jahrhunderte hindurch dem Zweck, die Sexualität herabzusetzen und zu verteufeln.</a></div></div></p>
<p>Zwei Liebesbeziehungen zerbrechen, werden durch die äußeren Schwierigkeiten verschlissen. Hans-Jürgen war bekannt, wurde öffentlich wahrgenommen. Für seine Partner waren diese Belastungen zu groß. Eine Feuerprobe ist das auch für seinen neuen Freund. Sie lernten sich 1992 auf einer Veranstaltung des Vereins <em>Homosexuelle und Kirche</em> kennen. Prompt erschien ein Bild im <em>Spiegel</em>, an der Seite Hans-Jürgens wurde er damit geoutet – auch vor seiner eigenen Familie. Doch: Bernd blieb.</p>
<p>Er blieb trotz jahrelanger Fernbeziehung. Bernd blieb auch, als Hans-Jürgen auf eine lange, schon vor dem Kennenlernen geplante Reise an die Westküste der USA ging. „Ich bin HIV-positiv“, offenbarte sich der Theologe. Bernd blieb.</p>
<blockquote><p>„Wir streiten uns auch ganz kräftig, wenn es sein muss.“</p></blockquote>
<p>15 Jahre trennen die Lebenspartner. Stadtmensch ist der Eine, der Andere, von Beruf und mit Leidenschaft Gärtner, liebt das Land. Hans-Jürgen reist sehr gerne, sein Freund fliegt nicht, ist häuslicher. Zahlreiche Ehrenämter des Seelsorgers lassen die gemeinsame Zeit schon mal knapp werden. „Wir streiten uns auch ganz kräftig, wenn es sein muss. Wir haben durchaus Meinungsverschiedenheiten, wir sind auch politisch auseinander.“ Genau genommen, betrachtet Hans-Jürgen aber gerade das als Bereicherung. Die Beziehung hat sich entwickelt, sie haben ihr Zeit dafür gegeben, von Anfang an und ganz bewusst. Das trägt bis heute. „Ich empfinde das als Stärke, dass man auch eigene Wege gehen kann, den anderen in seinem So-Sein belässt.“</p>
<blockquote><p>„Grüß auch schönen Deinen Mann“</p></blockquote>
<p>Ihren 20. Jahrestag feiern sie – auf dem Standesamt. Auch für die Absicherung, denn schließlich hat ihn Bernd beruflich unterstützt „wie eine klassische Pfarrfrau“. Vor allem aber, weil der Lebens- und Liebespartner so aus dem Hintergrund tritt, sichtbarer wird durch das öffentliche Bekenntnis. Nun heißt es nämlich: „Grüß auch schön deinen Mann!“ Hans-Jürgen ist selbst überrascht, welche Aufwertung da spürbar wird.<br />
<div class='et-box et-shadow'>
					<div class='et-box-content'><a title="Männerliebe" href="http://eine-tuer.de/maennerliebe/">Gerade die Kirche, die eine Propagandistin der Liebe sein müsste, sollte für die Liebe eintreten: an allen Orten, wo sie ereignet.</a></div></div></p>
<p>Dass er in seinem Leben dafür kämpfen würde, dass es für Homosexuelle einfacher wird, das wusste der heute 64-jährige Hans-Jürgen als junger Mann noch nicht. „Es gab keine Vorbilder damals.“ Heute gibt es sie. Hans-Jürgen ist einer von ihnen.</p>
<div class="ssp"></div>
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		<title>Männerliebe</title>
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		<pubDate>Fri, 21 Feb 2014 16:04:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator><![CDATA[Jens Janson]]></dc:creator>
				<category><![CDATA[Wer in der Liebe lebt]]></category>

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		<description><![CDATA[Dass es Liebe zwischen Männern gibt, ist sogar dort umstritten, wo so viel von Liebe die Rede ist: in der christlichen Kirche. Was aber wäre geeigneter, dem Frieden zu dienen, als Männerliebe?]]></description>
				<content:encoded><![CDATA[<p>„Mein Bruder Jonatan, mein bester Freund. Voll Schmerz und Trauer weine ich um dich; denn deine Freundschaft hat mir mehr bedeutet, als Frauenliebe je bedeuten kann.“ Mit diesen Sätzen endet das Klagelied Davids auf Saul und seinen Freund Jonatan im Buch Samuel.</p>
<p>Männerliebe. Gemeint ist nicht der augenzwinkernde Kumpelsatz am Männerstammtisch: „Mensch, wahre Liebe gibt es doch nur unter Männern“. Gemeint ist auch keine Herabsetzung der Liebe zwischen Männern und Frauen. Es handelt sich vielmehr um ein Bekenntnis. David bekennt sich zu seiner Liebe zu Jonatan, dieser einmaligen und von ihm nie wieder erlebten Liebe.</p>
<blockquote><p>„Darum sollten wir auch nicht mehr von Homo-, Bi- und Heterosexualität sprechen, sondern nur noch von Liebe, die sich jederzeit zwischen zwei Menschen ereignen kann, welchem biologischen Geschlecht sie auch zugehören.“</p></blockquote>
<p>Dass es Liebe zwischen Männern gibt, ist sogar dort umstritten, wo so viel von Liebe die Rede ist: in der christlichen Kirche. „Aber zwischen solchen Männern, da gibt es doch keine Liebe. Da geht es doch zu wie im Bordell“, empört sich ein Besucher einer kirchlichen Veranstaltung. Ich habe ihn nicht nach seinen Bordellerfahrungen gefragt. Was er aussprach, entspricht dem gängigen Vorurteil: Liebe gibt es nur zwischen Mann und Frau. Frauen mögen sich lieben, aber da ist kein Sex dabei. Bei Männern gibt es nur Sex, aber keine Liebe.</p>
<p>Dass Männer Männer lieben können mit allen Ausdrucksformen der Liebe einschließlich unserer sexuellen Begabung, muss ich nicht beweisen. Der große Psychoanalytiker Fritz Riemann hat in seinem Buch über die Liebesfähigkeit des Menschen festgestellt, dass die menschliche Liebesfähigkeit nicht geschlechtsgebunden ist und sich eine homosexuelle Liebe von einer heterosexuellen in nichts zu unterscheiden braucht. Sogar der mörderische Rudolf Höß, Kommandant in Auschwitz, musste einräumen, dass die Männer mit dem rosa Winkel lieber gemeinsam in den Tod gingen als sich trennen zu lassen, wenn einem von beiden ein Chance zum Überleben versprochen wurde.<br />
<div class='et-box et-shadow'>
					<div class='et-box-content'><a title="Beruf oder Liebe?" href="http://eine-tuer.de/beruf-oder-liebe-2/">Als Hans-Jürgen sich mit einem Kollegen solidarisch erklärt, der auch mit einem Mann zusammenlebt, erhält er Berufsverbot.</a></div></div></p>
<p>David liebte Jonatan und Jonatan liebte David. Daran besteht kein Zweifel. „Als David aufgehört hatte mit Jonatan zu reden, verband sich das Herz Jonatans mit dem Herzen Davids, und Jonatan gewann ihn lieb wie sein eigenes Herz.“ So beginnt ihre Liebesgeschichte, die nur eine kurze Blüte erlebt zwischen politischen Intrigen und mörderischen Schlachten, verfolgt von der Eifersucht und dem Hass des verlorenen Königs Saul.</p>
<p>Wenn wir von schwulen Männern sprechen, dann begrenzen wir unsere Vorstellungen auf Männer, „die nun einmal so veranlagt sind“. Aber homo- und heterosexuell liebende Menschen stehen sich nicht wie schwarze und weiße Schafe gegenüber. Unsere Normen propagieren gerne das Entweder – Oder. In unserer Lebenswirklichkeit begegnet uns aber weit häufiger das Sowohl – Als auch.</p>
<blockquote><p>„Wie der Geist weht, wo er will, so weht auch die Liebe, wo sie will.“</p></blockquote>
<p>Darum sollten wir auch nicht mehr von Homo-, Bi- und Heterosexualität sprechen, sondern nur noch von Liebe, die sich jederzeit zwischen zwei Menschen ereignen kann, welchem biologischen Geschlecht sie auch zugehören. Zu Recht hat Helmut Gollwitzer in seiner Auslegung des Hohenliedes Salomo geschrieben: „Jede Zweierbeziehung ist ein schlechthin besonderer Fall. Wie der Geist weht, wo er will, so weht auch die Liebe, wo sie will.“</p>
<p>Der Name für Gott in der Johannestradition ist Liebe: „Liebe Freunde, wir wollen einander lieben, denn die Liebe kommt von Gott. Gott ist Liebe. Wer in der Liebe lebt, der lebt in Gott, und Gott lebt in ihm“. Ich höre schon die Stimmen kirchlicher Dogmatiker, die sagen: „Aber damit ist doch die geistig-geistliche Liebe gemeint, die Agape, die Nächstenliebe – doch nicht die körperliche Liebe, doch nicht Eros und Sexus.“<br />
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					<div class='et-box-content'><a title="Beruf oder Liebe?" href="http://eine-tuer.de/beruf-oder-liebe-2/">„Ich bin HIV-positiv“, offenbarte sich Hans-Jürgen. Bernd blieb.</a></div></div></p>
<p>Diese Aufspaltung der Liebesfähigkeit des Menschen diente der Kirche durch Jahrhunderte hindurch dem Zweck, die Sexualität herabzusetzen und zu verteufeln. Ich antworte mit Thomas Mann, der in seinem Zauberberg bewundernd feststellen lässt: „Ist es nicht groß und gut, dass die Sprache nur ein Wort hat für alles, vom Frömmsten bis zum Fleischlich-Begierigsten. Liebe kann nicht unkörperlich sein in der äußersten Frömmigkeit und nicht unfromm in der äußersten Fleischlichkeit, sie ist immer sie selbst“.</p>
<p>Es ist nicht nur dumm, sondern geradezu bösartig, Liebe kategorisieren, normieren und auf die Beziehung von Frau und Mann reduzieren zu wollen. Liebe ereignet sich zwischen Menschen, ob sie Männer oder Frauen sind. Und niemand hat das Recht, Liebe zu verbieten und zu verleumden. Gerade die Kirche, die eine Propagandistin der Liebe sein müsste, sollte für die Liebe eintreten: an allen Orten, wo sie sich ereignet. Denn es kommt nicht darauf an, wen ein Mensch liebt, sondern ob und wie er das tut! Und ereignet sie sich unter Männern, sollte sich die Kirche besonders freuen. Denn was ist geeigneter, dem Frieden zu dienen, als Männerliebe?</p>
<p><span style="font-size: 7pt;">Hans-Georg Wiedemann ist Pfarrer im Ruhestand </span></p>
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